In der Nacht zum Dienstag haben Unbekannte erneut die Fassade des Imbisses Curry & Co. auf der Louisenstraße beschmiert. Der Staatsschutz ermittelt. Die Dresdner CDU verurteilt den Vorfall als Einschüchterungsversuch gegen ihre stellvertretende Kreisvorsitzende Simone Meyer-Götz.
Am Dienstagmorgen gegen 7.50 Uhr wurden die neuen Schmierereien entdeckt. Nach Angaben der Polizei hatten Unbekannte verschiedene Schriftzüge und Zahlencodes in weißer und blauer Farbe auf die Fassade gesprüht. Die Höhe des Sachschadens ist noch unbekannt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.
Bereits vor rund zwei Wochen war der Imbiss Ziel einer ähnlichen Sachbeschädigung geworden. Dem ersten Vorfall war ein Fernsehauftritt von Simone Meyer-Götz vorausgegangen. Darin hatte die CDU-Lokalpolitikerin die sogenannte Brandmauer zur AfD infrage gestellt. Meyer-Götz ist Mitinhaberin des Imbisses.
Über die ersten Schmierereien und die Ermittlungen des Staatsschutzes hatte Neustadt-Geflüster bereits berichtet.
CDU spricht von Einschüchterung
Die Dresdner CDU verurteilt die erneute Sachbeschädigung. In einer Pressemitteilung vom Dienstag spricht die Partei von Einschüchterungen gegen ihre stellvertretende Kreisvorsitzende. Sie erklärt sich solidarisch mit Meyer-Götz, ihrer Familie, ihrer Mitinhaberin und den Beschäftigten des Geschäfts.
Politischer Streit gehöre zur Demokratie, Einschüchterungen, Bedrohungen und Sachbeschädigungen dagegen nicht, heißt es in der Erklärung. Friedlicher Protest sei legitim. Angriffe auf Menschen und ihre wirtschaftliche Existenz seien es nicht.
Die CDU fordert eine konsequente Aufklärung der Vorfälle. Zudem ruft sie alle demokratischen Kräfte dazu auf, sich gegen Gewalt und Einschüchterung zu positionieren.
Polizei löste Versammlung vor dem Geschäft auf
Zwischen den beiden Sachbeschädigungen hatte es vor dem Imbiss eine weitere Auseinandersetzung gegeben. Mehrere Menschen versammelten sich vor dem Geschäft. Die Polizei rückte an und löste die Zusammenkunft auf.
Über den Polizeieinsatz und unterschiedliche Darstellungen des Geschehens berichteten Tag24 und der MDR.
Zu möglichen Täter*innen und deren Motiven machte die Polizei zunächst keine Angaben, jedoch wird der Staatsschutz in der Regel bei politischen Motiven eingeschaltet.























Berliner Verhältnisse. Haltet durch. Ich bin und bleibe ein treuer Kunde. Vielleicht müsste man mal eine Demo für Meinungsfreiheit und Demokratie vor eurem Laden machen. Also ich wäre dabei.
Langsam stellt sich die Frage, wie viele politische Auseinandersetzungen eine Currywurst eigentlich aushalten muss.
Das Ganze entwickelt sich zunehmend zu einem politischen Mandingo-Kampf, bei dem sich Gut und Gut gegenseitig bekämpfen: Demokraten und (ich unterstelle das jetzt einfach mal wohlwollend) vermeintliche Demokraten gehen sich gegenseitig an die Gurgel und merken dabei offenbar nicht, dass davon am Ende niemand profitiert. Außer vielleicht Alice im Wunderland. Wenn das die Strategie sein soll, die AfD kleiner zu machen, hat zumindest die Abteilung für politische Ironie ganze Arbeit geleistet.
Ich werde für mich weitere Sondierungen in der Äußeren Neustadt unterbrechen. Und für die Nachfrager: Mitgegangen – Mitgefangen gilt immer noch.
mal ein wirklich schöne beitrag von mister candy
Wenn das Weltbild einfach ist, dann macht man(n) halt diese Dinge. Alles nur noch irre – und Nein, ich kann mit Frau Meyer-Görtz nicht viel anfangen.
Diverse Zahlencodes und Schriftzüge finden sich auf jedem zweiten Haus in der Neustadt. Sind das auch alles Einschüchterung? Lächerlich.
@Alaunstraße
Lächerlich ist beides: wahllos Häuser und Gegenstände im öffentlichen Raum zu beschmieren oder sich gezielt an einem einzelnen Geschäft abzuarbeiten. Sachbeschädigung, die an Sinnlosigkeit kaum zu überbieten ist.
Mit Einschüchterung dürfte wohl weniger die Farbe an der Wand gemeint sein als vielmehr die Frage, welche Grenzen als Nächstes überschritten werden, wenn man solche Aktionen achselzuckend hinnimmt. Heute kommt die Farbe aus der Dose, morgen steht womöglich jemand mit dem Hammer vor der Tür. Das muss nicht passieren, sollte aber auch nicht erst dann zum Problem werden, wenn es passiert ist.
Leider ist das politische Klima inzwischen deutlich aufgeheizter als das meteorologische.