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Keine Post mehr in der Post

Es ist wohl eines der markantesten Gebäude der Königsbrücker Straße. Die ehemalige Hauptpost. Vor 62 Jahren wurde das Gebäude errichtet.

Keine Post mehr in der alten Hauptpost - Foto: Anton Launer
Keine Post mehr in der alten Hauptpost – Foto: Anton Launer

„Ein die historische Traufkante weit überragender kubischer Baukörper passt sich nicht dem gekurvten Straßenverlauf der Königsbrücker Straße an, sondern steht eigensinnig und kantig in einer eigenen Flucht“, heißt es in der Beschreibung des Portals „Das Neue Dresden“. Seit 2006 steht das Ensemble aus Schalterhalle und Kantine unter Denkmalschutz. Das Werk der Architekten Kurt Nowotny und Wolfram Starke wurde zwischen 1962 und 1964 errichtet.

Nö. Hier wird nix mehr verschickt. Foto: Anton Launer
Nö. Hier wird nix mehr verschickt. Foto: Anton Launer

Post – in alle Welt – aus aller Welt +

So steht es auf dem Dach des Sechs-Geschossers. Aber die eigentliche Post war schon lange ausgezogen. Geblieben war eine Filiale der Postbank, in der man auch Briefe und Pakete abgeben konnte und eine Zeit lang, als die Postbank frisch von der Deutschen Bank übernommen wurde, bei jeder Briefmarke gefragt wurde, ob man nicht noch ein Konto eröffnen wolle. Diese Zeit ist nun vorbei.

Die Briefkästen sind noch in Betrieb. Foto: Anton Launer
Die Briefkästen sind noch in Betrieb. Foto: Anton Launer

Länger schon vorbei ist es mit der alten Schalterhalle. Hier saßen die Postmitarbeiter*innen hinter großen Glasscheiben und nahmen die Schreiben huldvoll entgegen. In langen Schlangen und nur gedämpft sprechend, stellte man sich seinerzeit hier an, um Telegramme aufzugeben oder das Westpaket in Empfang zu nehmen. Auch der kleine Kiosk, der vorm Eingang stand, wurde schon 2005 abgerissen.

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Direkt über der Schalterhalle befand sich die Kantine, die sich noch ein bisschen länger hielt, ihr Ende kam erst 2013. Zuletzt gab es dort eine Holz-Ausstellung zu sehen.

In die ehemalige Kantine ist eine Holzausstellung eingezogen. Foto: Anton Launer
In der ehemalige Kantine war zuletzt eine Holzausstellung untergebracht. Foto: Anton Launer

Nun ist seit Dienstag auch Schluss mit der Postbank. Die nächste Filiale findet sich in der Altstadt am Antonsplatz, knapp drei Kilometer entfernt. Um Pakete zu verschicken oder zu empfangen, gibt es neben dem Gebäude einen Paketautomat. Für die übrigen Postdienstleistungen befindet sich auf der anderen Straßenseite, an der Ecke zur Katharinenstraße, schon seit ein paar Monaten ein kleiner Post-Shop. Der ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet, sonnabends von 9 bis 12 Uhr.

Für kleine und große Postdienstleistungen gibt's jetzt ein Lädchen an der Ecke zur Katharinenstraße - Foto: Anton Launer
Für kleine und große Postdienstleistungen gibt’s jetzt ein Lädchen an der Ecke zur Katharinenstraße – Foto: Anton Launer

Geblieben sind ein paar Mieter. Hier residieren ein Ingenieurbüro und Angestellte des Freistaats Sachsen. Finanz-, Kultus- und Sozialministerium haben hier Räume angemietet. Nichts geworden ist übrigens aus den Plänen von 2011. Damals planten Investoren, auf dem Gelände ein Einkaufszentrum zu errichten.

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22 Kommentare

  1. Auch der kleine Kiosk, der vorm Eingang stand, wurde schon 2005 abgerissen.

    Ich erinnere mich gar nicht. Gibt es hiervon Bilder?

  2. Schöne Idee „Wohnpost“, nur will die Mieten dann wieder Niemand bezahlen. Und der Eigentümer/ Investor darf sich über graffitibeschmierte Hauswände freuen oder bekommt die Verachtung für sein Vorhaben anderweitig gespiegelt.

  3. Aktuell sieht der Bereich ja ziemlich gruselig aus, über den Absperrgittern befindet sich oben Stacheldraht. Und die Post-Leuchtstoffröhren haben sicher auch mal bessere Zeiten gesehen.

    Post-Platz

    Post-Leuchtreklame

  4. @Anton Lauber: Ja, der Stacheldraht soll wohnungslose Menschen davon abhalten, sich unter dem Dach aufzuhalten.
    Aber was bezweckt das jahrelange Provisorium von einem Bauzaun, das die Wiese zur Lößnitzstraße hin abgrenzt?

    Weiß man denn überhaupt etwas über mögliche aktuelle Pläne? Und wer ist der derzeitige Eigentümer?

  5. Lieber Wilder Mann, der Herbst ist vorbei, ich hab nix mit Laub am Hut. Vielleicht soll der Bauzaun von weiteren Schmierereien abhalten. Vor ein paar Jahren hatte richert & oertel die Vermietung der Büroräume übernommen, als der Kantine gekündigt wurde, gehörte das Gebäude der Berliner Königsreal Investment GmbH (Geschäftsführer Michael Oertel). Aber wem es aktuell gehört, ist mir unbekannt.

  6. Denkmalschutz…. das zerrammelte DDR Ding. kannste dir nicht ausdenken. heißt dann wieder bürokratische Hürden, immense Kosten und sche*ß auf moderne Energieeffizienz.

  7. Das eigentliche Bürogebäude steht nicht unter Denkmalschutz, es könnte also abgerissen oder umgebaut werden. Hingegen steht [leider] die oft vermüllte Wiese (auch Abstandsgrün genannt) vor der Kantine und zur Lößnitzstraße unter Schutz, somit wird diese Ecke nie baulich zu schließen sein. Hingegen ist die ebenso vermüllte Wiese vor dem Riegel vogelfrei, sodaß man die Straßenflucht im Blockrand wieder aufnehmen könnte.

  8. Das Postareal ist eine Riesen-Verschwendung von städtischem Raum, im Grunde steht das ganze Objekt leer, in Teilen schon jahrelang. Abseits der Interimsnutzung als Ausweichfläche für manche Ministerien des Landes ist das Ensemble samt weiter Hoffläche ungenutzt bzw mindergenutzt. Solch Verschwendung ist eigentlich unüblich, hier wäre sehr sehr viel machbar.

    Anstelle der Barackenbauten Lößnitzstraße 5 sollte die Kreativszene eher die Kantine bespielen, die ganze Flanke mit Lößni-3 und Lößni-5 sollte abgerissen werden. Dort müßte 100m Wohnungsbau bis zur Brandwand Dr-F-Wolf-Straße in Blockrand ermöglicht werden. Jetzt ist es nur eine vorsintflutlich-rückständige Bautensituation. Klaro, die Eigentumslage ist maßgebend, aber die Stadt sollte endlich ihre Planungshoheit vorbringen, denn es gibt nicht mal einen Bebauungsplan. Mit der Putzi-Dental-Fläche hat die südliche Köbrü noch enormes Quartierspotential. Nur toten Raum verschwenden ist doch keine attraktive Stadt.

  9. @ Stefan E.

    Dank dir für das Foto. Find ich total gelungen und hat eine schöne Aufenthaltsqualität mit Pergola, den Sitzstufen. Könnte ein schöner belebter Platz sein.

    Auch das große Panoramafenster der Post ist cool.

  10. Bei aller „Hässlichkeit“ des Gebäudes: Die Fliesen am ehemaöigen Haupteingang sind aus Meissener Porzellan. Dieses Mosaik ist denkmalgeschützt.

  11. dental Kosmetik nen Ersatzneubau im gewerbegebiet anbieten und ein modernes Wohnquartier errichten, bei der alten Post das gleiche… wie viel Wohnungen man zentral in der Neustadt erschaffen könnte… aber ach… Tagträumerein im tal der ewig gestrigen.

  12. Kann das Gebäude nicht entkernt, renoviert und zu einem Parkhaus umfunktioniert werden?
    Damit Anwohner*innen nicht immer Abends 20 Minuten und 3 Runden durch die Neustadt eiern müssen, um in Ihrem Bereich einen Parkplatz zu finden?
    Statt das endlich mal zu Lösen, werden schweineteure Wohnkomplexe gebaut, die sich kaum jemand leisten kann bzw. Büroflächen (genug Leerstand dafür gibt es).

  13. Zum Glück ist die Frage, ob Gebäude dem aktuellen Zeitgeschmack entsprechen, heutzutage kein Kriterium für deren Weiterbestand. War im letzten Jahrhundert nicht immer so und dies waren zum Teil sehr dunkle Kapitel unserer Geschichte. Und ob Eigentümer ihre Grundstücke bebauen, ist letztlich deren Entscheidung. Nur das wie kann beeinflusst werden. Und eine Bebauung bis zum Straßenrand gab es dort übrigens noch nie, würde auch nicht zum weiteren Straßenverlauf passen. Zumal es ja auch noch die bekannte Engstelle auf der Königsbrücker Straße ist (ehem. Rißmann-Gebäude auf der anderen Straßenseite).

  14. Proberäume rein!
    Und in der Kantine kostenfreies warmes Essen und kühles Pils für Bedürftige.

  15. @Wohnpost&Schnabelmaus: Schöne Traumschlösser. Bürohäuser haben meistens nur an den Enden des jeweiligen Gebäudes Steigleitungen für Wasser und Abwasser für Toiletten und Teeküchen. Und natürlich hatten viele Postbedienstete nicht unbedingt Idealgewicht, aber das reicht bestimmt nicht an das Gewicht von mehrern dutzend Autos heran. Über so eine Idee lacht der Statiker am Kneipentisch. Ansonsten bin ich für den originalgetreuen Wiederaufbau des Volksheim „Nieritz-Gärten“ an dieser Stelle (Königsbrücker Str.21).

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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