Für eine geplante Sonderausstellung des BRN-Museums zur Museumsnacht am 20. Juni 2026 werden Zeitzeug*innen sowie Bild-, Ton- und Filmmaterial aus den sogenannten Baseballschlägerjahren in der Dresdner Neustadt gesucht.

Der Begriff Baseballschlägerjahre bezeichnet eine Phase massiver rechter Gewalt in den späten 1980er-, 1990er- und frühen 2000er-Jahren. Nach der Wiedervereinigung breitete sich diese Gewalt besonders in Ostdeutschland aus und trat offen zutage. Sie richtete sich gegen Menschen, die nicht in ein rechtes Weltbild passten. Betroffen waren vor allem als nicht deutsch gesehene Personen wie Geflüchtete oder ehemalige Vertragsarbeiter*innen der DDR. Auch Homosexuelle, Linke, Punks und Menschen aus alternativen Milieus gerieten ins Visier. Die Gewalt reichte von verbalen Angriffen und Bedrohungen über körperliche Übergriffe und Sachbeschädigungen bis zu Angriffen auf Unterkünfte von Geflüchteten und Tötungsdelikten.
Die Dresdner Neustadt galt als linker und alternativer Stadtteil und war regelmäßig Ziel gewaltbereiter Neonazis. Besonders in den frühen 1990er Jahren kam es wiederholt zu Überfällen auf Kneipen und besetzte Häuser. Die geplante Ausstellung soll diese Ereignisse dokumentieren und in ihren zeitgeschichtlichen Zusammenhang einordnen.
Gesucht werden Zeitzeug*innen, die diese Zeit in der Neustadt erlebt haben. Ebenso gefragt sind Fotos, Videos und Tonaufnahmen sowie Zeitungsartikel, Flugblätter und private Aufzeichnungen. Auch Berichte über rechte Gewalt, Gegenwehr, Selbstorganisation und Protest sind von Interesse.
Rückfragen sind telefonisch unter 0351 8011948 oder per E-Mail an stadtteilarchiv@stadtteilhaus.de möglich. Hinweise und Materialien werden auf Wunsch vertraulich behandelt.
Wer sich an der Ausstellung beteiligen möchte, kann am Stammtisch der Geschichtswerkstatt Stadtteillabor teilnehmen. Das Treffen findet am Mittwoch, dem 11. Februar, um 18 Uhr in der Kneipe Ostende in der Prießnitzstraße 18 statt.

















Tatsächlich hätte ich da ein paar Artikel. Werde mir den Termin anstreichen! ;)
Könnt ihr zeitgleich eine Aufführung des gleichnamigen Theaterstückes aus Frankfurt/Oder in Dresden ermöglichen?
Oder eine Lesung von Hendrik Bolz? Auch wenn er nur in Leipzig geboren wurde und nur aus MV berichtet?
Ich bin gespannt.
Die Aufarbeitung der persönlich erlebten Übergriffe, Wohnungseinbrüche und Überfälle der Linksautonomen, teils zugereisten Krawalltouris wäre auch mal ganz interessant.
@Ray van Zeschau Deine persönliche Aufarbeitung aufgrund gebrochener Nase interessiert hier niemanden. Erzähle es doch einfach Deinem Psychiater! ;)
@Ray van Zeschau https://youtu.be/D8CWdLlayt4 Meinst Du etwa diese Nummer? ;) Istvan R. – Hauptverantwortlich für den Übertfall auf Connewitz. Tja … https://youtu.be/HERRIJd7Wcw So was kommt von so was! Alerta!
@Ray van Zeschau Und? Gesehen? 01:06 Rechts unten: der „Führer“ am Boden! ;D
@Ray van Zeschau Was ich sagen will: geh weg und schäm Dich in Deiner Ecke!
@Ray van Zeschau Ach… Könnte ich Dir doch nur jetzt einen Mittelfinger zeigen, … ! ;)
@Ray van Zeschau p.s. Dafür würde ich sogar etwas bezahlen! ;D
Hübsches BRONXX Bild. Rechte Springerstiefel überfallen die Staatssicherheit. Vielleicht Vergangenheitsbewältigung? Oder war am Ende doch alles anders? Wem gehört die Wahrheit?
Wie war das gleich? „Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.“
Ist wohl schwer, andere Meinungen auszuhalten …
Wenn ich es richtig verstanden habe, werden Zeitzeugen gesucht, könnte sein, dass die Zeitzeugen unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben.
@dd-Hecht-bewohner… da ist Dir wohl ne Sicherung durchgeknallt.. sprich mal nicht im Namen anderer…wen hier was interessiert hast Du nicht zu bestimmen! Jetzt zurück zum Thema…
Hallo Egon—Olsen, wenn Du da genauere Kenntnis hast, gern her damit. Bisherige Nachforschungen meinerseits blieben leider im Trüben. Die Polizeiakten des Vorfalls sollen, so meine Infos, schon geschreddert sein. Als gesichert gilt zumindest dass die Bronxx am 23. Dezember 1990 überfallen wurde und zur Silvesternacht dann ausbrannte. Ob es sich bei den Überfällen tatsächlich um Rechte in Springerstiefeln handelte, ist meines Wissens nach bislang ungeklärt.
Hallo Karo, das sehr sehenswerte Theaterstück basierend auf dem Roman von Hendrik Bolz heißt aber „Nullerjahre“ und geht meiner Ansicht nach etwas am Thema vorbei.
Hallo Anton
schau mal da: https://www.bpb.de/themen/deutsche-teilung/autonome-kunst-in-der-ddr/55796/dresden/ Und dort der Beitag über die Förstereistraße 2.
Das kenne ich schon. Da steht aber nix Neues zum Angriff auf die Bronxx.
@Echt? Natürlich! ;D
@Anton Launer „Ob es sich bei den Überfällen tatsächlich um Rechte in Springerstiefeln handelte, ist meines Wissens nach bislang ungeklärt.“ Mag keine 100% betragen, aber es ist in Anbetracht vieler weiterer Vorfälle in dieser Stadt, eben auch weitere Brandanschläge auf Häuser und damit auf deren Bewohner, als gesichert anzunehmen. Die Liste ist ja ziemlich lang und nicht jeder Überfall schaffte es in die Tagespresse. Als das alte „Conni“ brannte, war es wirklich unklar, ob es Nazis waren oder eine Warmsanierung bzw. „außergerichtliche Räumung“. Tippe aber noch immer auf (möglicherweise sogar bezahlte) Faschos, denn das eine schloss damals ja nicht nur hier in Dresden, das andere nicht aus.
@Anton Launer Möchte nur noch schnell einen Überfall auf die B 26 erwähnen. Das einzige Haus, an das ich mich erinnere, wo tatsächlich Maschendrahtzaun vor die Fenster geschraubt war, um Wurfgeschosse abzufangen. Trotzdem versuchte sich ein Fascho mit einem Molli daran und verlor das Match. Ich lache heute noch! ;)
@ DD-Hecht-Bewohner: Hatte nicht auch die Louise 85 Maschendrahtzaun am Fenster. Und in der B26 sind bei einem weiteren Überfall meines Wissens nach Leute um ihr Leben gerannt, bzw. übers Dach abgehauen.
@Anton Launer Mag zeitweise so gewesen sein, da habe ich aber kein Bild mehr im Kopf. Die 85 war zumindest in Teilen mit Stacheldraht gesichert. Daran kann ich mich noch irgendwie erinnern. Und es gab (zumindest etwas später) im Keller einen Durchbruch ins Nachbarhaus. ;)
@Anton Launer Es gab jedenfalls einen Überfall, bei dem ich nur noch im Kopf habe, dass sogar Klobecken aus dem obersten Stockwerk der B26 einfach herausfielen. (Kann schon diese Nummer gewesen sein.)
@Anton Launer Wäre eh interessant, was sich so unter einigen Tapeten noch so alles finden ließe. Die Sprüche… ;)
@Anton Launer
Ich meine tatsächlich 2 unterschiedliche Dinge und ja, es gibt zum Buch auch ein Theaterstück. Ich meine allerdings das hier https://www.instagram.com/p/DUQTZR6DWLe/
@DD-Hecht-Bewohner: „Es gab jedenfalls einen Überfall, bei dem ich nur noch im Kopf habe, dass sogar Klobecken aus dem obersten Stockwerk der B26 einfach herausfielen.“
Wann soll das denn gewesen sein? Biste Dir sicher, dass das nicht nur Eifersuchtszenen enttäuschter, minderjähriger Chwoi-Klientel von der Tieck waren? Der Schuttberg im Hof der 26 war kein Relikt von Faschoüberfällen, sondern angehäufte, reale DDR.
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@Anton Launer: Johnny, Sozialarbeiter ausm frühen Schlagloch, hatte mal einen Film, der zeigte, wie der Abriss der Neustadt begann (Albertplatz und Lutherstraße) und dass es Widerstand dagegen gab. Vielleicht isser ja schon bei Ulla im Museum, wenn nicht – er wäre es sehr wert. Hab aber leider keine Kontaktdaten.
Hallo Karo, das hört sich tatsächlich nach nem spannenden Stück an. Schon der Text auf Insta ist ja vielversprechend. Allerdings fürchte ich, dass die Aufführung eines Bürgerbühnenstücks aus Frankfurt/Oder nach Dresden zu holen wohl die Budgets aller Beteiligten überfordert. Aber ich trage die Idee mal an die Museums-Chefin heran.
@Peter: Tatsächlich war vor ein paar Tagen jemand vom Schlagloch da, aber nicht Johnny.
@Anton Launer
Sag niemals niiiie!
Vielleicht finden sich Wege und Möglichkeiten, kulturförderne Kontakte in meiner alten Heinatstadt könt ich auch anzapfen.
@Karo: Am besten direkt mit dem BRN-Museum Kontakt aufnehmen. Ich hab Deine Idee weitergeleitet.